Fritz liebte Ursula. Und Ursula liebte Fritz.
Zwar sind ihre Lippen ebenso dünn wie ihre Haare, dafür aber gleicht ihre starke Figur dies wieder aus.
Über die kleinen Schönheitsfehler sah Fritz gerne hinweg, denn Ursulas Mitgift war gar ungewöhnlich gut. Eine Woche vor der Hochzeit sass das glückliche Paar in der guten Stube. hielt sich an den Händen, und Ursula flüsterte: ,,So ist es also wahr, Geliebter, dass du das Rauchen nun aufgeben willst?" Schwer und tief seufzte Fritz. Dann aber sagte er „ja". Eine Weile blieb es still, bis Ursula von neuem begann:
„Und dann wirst du auch das viele Trinken aufgeben?" Noch schwerer seufzte Fritz. Dann aber sagte er wieder „ja". Ursula fuhr nun weiter fort: „Das Rauchen also gibst du auf und das viele Trinken auch. Und du wirst auch nicht mehr zu deiner Stammtisch Runde gehen, wie?" „Auch nicht mehr zu meiner Stammtisch Runde!" wiederholte Fritz. „Und", forderte jetzt Ursula ungerührt, auch das Skatspielen wirst du in Zukunft aufgeben?" Gramvoll nickte Fritz: „Auch das Skat spielen!". Aber immer noch hatte Ursula von den Versprechungen nicht genug:
„Noch et was musst du aufgeben", drohte sie. „Und das wäre?" fragte Fritz in banger Ahnung. „Jemals ohne mich auszugehen!" Da rang Fritz tief nach Luft. „Mir fällt noch etwas ein, was ich aufgeben muss", sagte er. „Noch etwas?" jubelte Ursula.
„Was musst du noch aufgeben, Geliebter?" „Den Gedanken, dich zu heiraten. Ursula!" |